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SOUL BOY

SOUL BOY

Leben und Menschen in Kibera

Kibera
Kibera leitet sich ab vom nubischen Wort „kibra“ und bedeutet Dschungel oder Wald. Das riesige Armenviertel im Südwesten von Kenias Hauptstadt Nairobi besteht aber vor allem aus einem großen Meer aus notdürftig zusammengezimmerten Behausungen. Von den britischen Kolonialherren vor über 100 Jahren gegründet, war Kibera ursprünglich eine Waldsiedlung am Stadtrand, die für sudanesische Soldaten vom Volk der Nubier als Entschädigung für ihre Kampfeinsätze gebaut wurde. Nach der Unabhängigkeit Kenias 1963 zogen tausende Menschen aus wirtschaftlichen und politischen Gründen vom Land nach Nairobi. Aus Mangel an günstigen Unterkünften in der Innenstadt kamen auch sie nach Kibera. Inzwischen ist der Ort zu einem der größten und ärmsten Slums Afrikas angewachsen. Jeder vierte Einwohner Nairobis wohnt heute in Kibera. Schätzungen zufolge sind das über eine Million Menschen, die sich auf nur 3,5 Quadratkilometern drängen, darunter ungefähr 600.000 Kinder.

Kinder in Kibera
Wie Abila in SOUL BOY leben Kinder und Jugendliche auf engstem Raum in selbstgebauten Hütten. Etwa sechs bis 15 Menschen teilen sich rund 15 Quadratmeter ohne fließendes Wasser, Strom oder Toilette. In Kenia gibt es seit ein paar Jahren eine allgemeine Schulpflicht, die allerdings nicht streng überprüft wird. In Kibera besuchen Kinder in der Regel zumindest die Grundschule. Abila geht es jedoch besser als dem Durchschnitt: Er lebt mit Vater und Mutter zusammen, die beide arbeiten. Außerdem gehen der 14-Jährige und seine Freunde immer noch zur Schule. Die meisten Kinder und Jugendlichen hingegen besitzen nur noch ein Elternteil oder sind Waisen und dann häufig obdachlos. Ihre Familien sind an den schwierigen Lebensbedingungen im Slum zerbrochen: Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch, die Wohnsituation und medizinische Versorgung sind extrem schlecht. Verschmutzung, Hunger, Gewalt, Drogenmissbrauch und HIV/Aids prägen den Alltag. Im Slum müssen junge Menschen schnell erwachsen werden.

Multi-ethnischer Mikrokosmos
In Kenia gibt es rund 70 Volksstämme und Kibera als Sammelbecken von Migranten aus den verschiedenen Landesteilen spiegelt diese Vielfalt wieder. Entsprechend durchmischt ist auch die Sprache: Die geläufigste Sprache ist Sheng, ein Mix aus den Landessprachen Englisch und Suaheli sowie den anderen im Slum gesprochenen Sprachen (Kikuyu, Luo, usw.). Während die Nubier mittlerweile nur noch als kleine Minderheit vertreten sind, stellt Abilas Volk, die Luo, heute die dominierende Gruppe in Kibera dar. Abilas Freundin Shiku ist eine Kikuyu und gehört damit zur zweitgrößten Gruppe im Slum, die in ganz Kenia allerdings die größte Ethnie ist. Beide Gruppen rivalisieren seit der Unabhängigkeit von Großbritannien um das Präsidentenamt. Dies hat wiederholt zu politischen Konflikten und ethnischen Unruhen geführt. Zuletzt wurden 2008 in Kibera viele Kikuyus aus dem Slum verjagt, weil dem Präsidenten, dem Kikuyu Mwai Kibaki, Wahlbetrug vorgeworfen wurde. Trotz alledem ist der Zusammenhalt der Menschen, die hier leben, beachtlich. Das soziale Klima ist jenseits der Spannungen von Solidarität und dem Willen zur funktionierenden multiethnischen Gemeinschaft geprägt.

Der Nyawawa-Mythos
Selbst wenn die Mehrheit der Kenianer Christen oder Muslime sind, jeder der zahlreichen Volksstämme des Landes hat eigene Traditionen, Bräuche und Legenden. Auch der Nyawawa-Mythos ist auf einen uralten Aberglauben des Luo-Volkes zurückzuführen. Demnach sind Nyawawa Geister, die nachts durch die Dörfer ziehen und die man besser in Ruhe lässt, um nicht von ihnen mitgenommen zu werden. Unter anderem werden diese Geister mit Musik in speziellen Ritualen, die ebenfalls Nyawawa genannt werden, vertrieben.

Ein Junge, ein Mädchen. Sieben geheimnisvolle Aufgaben. Eine magische Reise durch Kenia.

  • ein Film von HAWA ESSUMAN
  • produziert von MARIE STEINMANN & TOM TYKWER
  • mit SAMSON ODHIAMBO und LEILA DAYAN OPOLLO

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Weitere Informationen auf http://www.soulboy.x-verleih.de/.

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