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SOUL BOY

SOUL BOY

Produktionsnotizen

Über die Produktion

Begeistert von afrikanischen Geschichten, haben Tom Tykwer und seine Partnerin Marie Steinmann 2008 in Kibera ein einzigartiges Pilotprojekt ins Leben gerufen. Junge Menschen vor Ort produzieren, unterstützt von einer kleinen Proficrew aus Deutschland, einen richtigen Kinofilm und erhalten dadurch nicht nur die Möglichkeit, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, sondern auch sich in den unterschiedlichen Filmberufen auszuprobieren. Auf diese Weise ist SOUL BOY entstanden – ein magisches Abenteuer mitten aus dem Leben kenianischer Kinder gegriffen.

Produzententeam Marie Steinmann und Tom Tykwer am Set von SOUL BOY

Von der Idee zum Film

Wie in vielen Schulen und Bildungsprojekten in den benachteiligten Regionen der Welt fehlt auch in den Slums von Nairobi das Geld und die Infrastruktur, Kunst – sei es Malerei, Musik, Theaterspiel, Film oder Tanz – zu unterrichten. Seit 2006 bietet die britische NGO Anno’s Africa deshalb die Kunstwerkstatt „Art Education for Children“ an, in der Marie Steinmann regelmäßig mitarbeitet. „Die Resonanz der Kinder ist überwältigend“, erzählt sie, und so entstand bald der deutsche Ableger der Hilfsorganisation, One Fine Day e.V., der gemeinsam mit Anno’s Africa Kunstunterricht in die Schulen der Slums bringt. Dem Konzept liegt die Überzeugung zugrunde, dass Kinder und Jugendliche, denen eine vertiefende Begegnung mit ihrem kulturellen Horizont und ihrem individuellen kreativen Vokabular ermöglicht wird, später die Chance haben, ihr Leben freier, fantasievoller und selbstbestimmter zu gestalten. Gerade in den Slums von Nairobi werden junge Menschen frühzeitig mit Gewalt, Armut, Hunger, Krankheit und anderen traumatisierenden Lebensumständen konfrontiert, für deren Verarbeitung und Kommunikation sich unter anderem in der kreativen (Selbst-)Erfahrung Zufluchts- und Reflektionsräume bieten.
Nach einigen Besuchen stand für Tom Tykwer fest: „Ich wollte mitmachen. Aber das einzige, was ich kann, ist Film.“ Aus dieser Idee ging schließlich die alternative Filmproduktionsfirma One Fine Day Films hervor. Gemeinsam mit Anno’s Africa und der kenianischen Filmproduktion Ginger Ink entwickelte man einen Filmworkshop für interessierte Nachwuchsfilmer und Kinobegeisterte.

Die Suche nach jungen Talenten

Um den ersten Filmworkshop zu starten, warben die lokalen Partner von One Fine Day e.V. in den Schulen und Straßen Nairobis junge „Auszubildende“ an. „Wir haben eine Art Mundpropaganda entwickelt, durch die wir an die unterschiedlichsten jungen Talente gerieten. Manche hatten schon einige Erfahrungen im Filmbereich gesammelt, andere waren komplette Neulinge. Diese Balance hat dem Team gut getan“, erinnert sich Tom Tykwer.
Die in Nairobi lebende Nachwuchsregisseurin Hawa Essuman und der bekannte kenianische Autor Billy Kahora stießen auf Vermittlung von Ginger Ink zum Projekt dazu. Die Schlüsselpositionen wie Regie, Drehbuch, Kamera und Schnitt wurden jeweils mit einem jungen, lernhungrigen Kenianer und einem europäischen Betreuer besetzt. Tykwer übernahm als Mentor die Betreuung der Regieabteilung und begleitete auch die Drehbuchentwicklung. Kahora beschloss, eine Geschichte über das Erwachsenwerden im Slum zu schreiben, da vor dem Hintergrund des Förderprojektes klar war, dass Kinder eine zentrale Rolle im Film spielen müssen. „ Auch die Entscheidung, den Film in Kibera zu drehen, entstand durch Gespräche mit Billy Kahora“, erzählt Tykwer, der den Autor bei seinen Recherchestreifzügen durch den Slum begleitet hat: „Er war es, der den Mythologien und dem Alltagsleben dieser Welt auf der Spur war“.
Das Casting der Schauspieler fand ebenfalls direkt in Kibera sowie in drei weiteren Slums statt. „Es war natürlich sehr von Vorteil, dass wir mit One Fine Day e.V. und Anno’s Africa so viel Kontakt mit Kindern und Jugendlichen in allen Slums Nairobis hatten,“ berichtet Marie Steinmann. „Wir konnten die Suche nach den jungen Darstellern auf Kinder eingrenzen, die uns bereits aufgefallen waren.“ Dennoch fand das Castingteam erst kurz vor Drehbeginn die ideale Besetzung für die beiden Hauptrollen. Die damals 14-jährige Leila Dayan Opollo (Shiku) wurde im Mathare-Slum entdeckt und nur einen Tag vor Drehstart kam der 13-jährige Samson Odhiambo (Abi) aus Kibera dazu. Beide sind ganz normale Slumkinder, die nach der Erfahrung von SOUL BOY ihre Zukunft mit neuen Ideen und Möglichkeiten in Angriff nehmen.

Filmdreh in den Straßen von Kibera

Der Kibera-Slum schläft praktisch nie. Er ist unfassbar überfüllt, geschäftig und wuselig – immer und ständig. Auf den Straßen drängen sich Fußgänger, Straßenhändler, Autos, Handwerker und vor allem Kinder. SOUL BOY wurde inmitten dieser lebendigen und beengten Welt gedreht – hauptsächlich per Handkamera, um die Intensität und das Tempo von Abis Geschichte einzufangen. Egal wo das Filmteam hinkam, überall traf es stets auf Neugier und Hilfsbereitschaft. Bestes Beispiel für die allgemeine Begeisterung ist die Verfolgungsjagd, in der ein Handy-Dieb zu flüchten versucht. „Wir hatten dafür 20 Statisten engagiert“, erzählt Regisseurin Hawa Essuman. „Aber dann spielte plötzlich jeder auf der Straße mit – einfach alle.“ Als gemeinschaftsstiftende Erfahrung jenseits aller ethnischen und sozialen Unterschiede konnte SOUL BOY so mit minimalem Budget in nur 13 Tagen abgedreht werden.

Ein kenianischer Film

SOUL BOY ist weitaus mehr als ein Ausbildungsprojekt und beweist nicht nur, dass man auch mit einer wenig erfahrenen Crew mit wenigen Mitteln und in kurzer Zeit ein echtes Kinoerlebnis schaffen kann. Der Film und seine internationalen Festivalerfolge stellen zudem einen wichtigen Schritt für das Filmland Kenia dar. „Es war ein ausgesprochenes Bedürfnis aller Beteiligten, der Location nicht die übliche Elendsdramaturgie überzustülpen, sondern die Welt Kiberas von innen, auch aus der subjektiven Erlebniswelt seiner Bewohner zu erforschen“, so Tom Tykwer.
„Natürlich gibt es durchaus Filme über Afrika – wie etwa ‚Der ewige Gärtner‘ von Fernando Meirelles“, fügt Produzentin Ginger Wilson hinzu, die selbst eine kleinere Rolle in SOUL BOY übernahm. „Solche Filme richten sich an ein internationales Publikum. Sie erzählen von Weißen in Afrika, aus deren Perspektive. Mit afrikanischem Kino hat das jedoch wenig zu tun. Hier wird Kenia lediglich als Hintergrund genutzt. So sieht der kenianische Film nicht aus, Geschichten aus Afrika werden auf diese Weise nicht erzählt.“
„Es mangelt uns nicht an Geschichten“, sagt auch Regisseurin Hawa Essuman. „Billy Kahora hat eine Story geschrieben, die in seinen Augen Kenia und insbesondere Kibera repräsentiert. Und SOUL BOY ist definitiv ein regionales Projekt. Unsere Crew besteht zu 90 Prozent aus Einheimischen, und es ist unsere Sprache, in der wir drehen.“

FilmAfrica!

Anknüpfend an den Erfolg ihres Pilotprojektes haben Tom Tykwer, Marie Steinmann und Projektleiterin Sarika Lakhani gemeinsam mit den Partnern DW-Akademie und Ginger Ink die Initiative FilmAfrica! entwickelt (www.film-africa.org). Künftig sollen jährlich Filmprojekte aus und in Ostafrika in Workshops entwickelt, realisiert und deren Vermarktung auf dem internationalen Markt unterstützt werden.

Ein Junge, ein Mädchen. Sieben geheimnisvolle Aufgaben. Eine magische Reise durch Kenia.

  • ein Film von HAWA ESSUMAN
  • produziert von MARIE STEINMANN & TOM TYKWER
  • mit SAMSON ODHIAMBO und LEILA DAYAN OPOLLO

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Weitere Informationen auf http://www.soulboy.x-verleih.de/.

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